Aktuell findet Ihr hier jede Woche Mittwoch eine Übungssequenz für 30 Min.
Jeden Freitag zu den gleichen Zeiten lade ich ein zur Wiederholung in Gemeinschaft!

11. virtueller Atemkreis 03.06.2020 Thema in Bewegung bleiben im Gleichgewicht

 mit einem Impuls von Madeleine Delbrel "Fahrradspiritualität"

 

 

„Du hast dir für uns ein seltsames Gleichgewicht ausgedacht, ein Gleichgewicht, in das man nicht hineinkommt und das man nicht halten kann, es sei denn in der Bewegung, im schwungvollen Voran“, schrieb Madeleine Delbrel.

 

 

Ivry, die kommunistische Stadt, war meine Schule angewandten Glaubens - sie hat mir meine spirituelle Lehre erteilt“, hat Madeleine Delbrel einmal geschrieben. Hier lernte sie als Sozialarbeiterin nicht nur die Realität des Kommunismus kennen, die sozialen Bedingungen einer Industriestadt, sie lernte auch viel über die Realität eines Lebens, das - wie sie schreibt - „nur im Leben des Menschen, der wir sind, lebbar ist; des Menschen, der von Gott geschaffen ist, der in Bewegung ist, der sich immer weiterentwickelt und der sich verändert“. Von dieser Erfahrung spricht Madeleine Delbrêl auch in ihrem Gedicht

 

Fahrradspiritualität“:

 

Die Texte von Madeleine Delbrel hat die Schauspielerin Hilde Dalik gelesen.

 

„Immer weiter!“, sagst du zu uns.
Um die Richtung auf dich zu behalten,
müssen wir immer weitergehen,
selbst wenn unsere Trägheit verweilen möchte.

 

Du hast dir für uns
ein seltsames Gleichgewicht ausgedacht,
ein Gleichgewicht,
in das man nicht hineinkommt
und das man nicht halten kann,
es sei denn in der Bewegung,
im schwungvollen Voran.

 

Es ist wie mit einem Fahrrad,
das sich nur aufrecht hält, wenn es fährt;
ein Fahrrad, das schief an der Wand lehnt,
bis man sich darauf schwingt
und schnell auf der Straße davonbraust.

 

Die Zeit, in der wir leben,
ist gekennzeichnet von einem allgemeinen,
schwindelerregenden Ungleichgewicht.
Sobald wir uns hinsetzen, unser Leben zu betrachten,
kippt es und entgleitet es uns.

 

Wir können uns nur aufrecht halten,
wenn wir weitergehen,
wenn wir uns hineingeben
in den Schwung der Liebe.

 

Literatur: Annette Schleinzer (Hg.), „Madeleine Delbrêl. Deine Augen in unseren Augen“, Verlag Neue Stadt 2014

 

Wenn in dieser Fahrradspiritualität die Bewegung das vordergründig Primäre ist, so betont Frau Delbrel in anderen Schriften die vielen kleinen Alltagspausen:

" beim Petersilie holen aus dem Garten für den Salat"
" in der Warteschleife am Telefon"
" an der Bushaltestelle"
Diese wollen Eckpunkte sein, kleine Meilensteine, Vernetzungen für ein immer neues spirituelles Eintauchen in dieses Gehalten-Sein in einem großen kosmischen Ganzen.

Übung:

- Nachdem du dich mit Dehnen in bekannter Weise vorbereitet hast, suche den og. Impuls für anregende Übungen zu nutzen. - Nutze immer das Nachspüren wie Deine Ernte.
- Wähle Sitzen oder Stehen. Stelle die Handflächen vor Deiner Leibmitte sich gegenüber, die Schultern, Arme, Ellebogen sind gelöst und frei. Wenn du es zuläßt kann eine Schwingung, eine Energie oder Substanz zwischen Deinen Handflächen entstehen, diese bekommt Verbindung zur Atembewegung und zu Deiner Leibmitte. Nach und nach kann die Bewegung größer und weiter werden und dich ganz erfassen, geh mit.
Finde immer wieder Deinen Rhythmus, bleib in guter Verbindung mit Füßen und Kreuzbein.
Ruhe aus und spüre nach.

 

Einen schönen Tag und – bleib gesund.

 



Hier findest Du vertiefende allgemein gültige Impulse zum Üben.

 

Das Spüren und Lauschen wird oft angesprochen und ist etwas sehr Wesentliches in dieser Arbeit.

Um die eigenen Körpersignale und Gefühle wahrnehmen zu können, brauchen wir die Körper-wahr-nehmung. Beim Baby ist sie noch ganz wach. Es meldet sich unmittelbar, wenn Körpersignale wie Angst, Hunger, Frieren, Unsicherheit, Schmerz, Freude, Müde sich zeigen. Schwere Ereignisse des Lebens, vielleicht auch in früher Kindheit oder Hektik können die Körper-wahr-nehmung verstummen lassen. Ein solcher Zustand „sich nicht spüren“, erhöht den Stresspegel. Wir laufen erhöhte Gefahr auszubrennen.

 

Die frohe Botschaft ist, Körperwahrnehmung lässt sich auch wieder wecken. Durch achtsames Dabei-sein ohne Werten, also SPÜREN in Körperregionen, in Bewegungen, im Atmen in jedem Moment des Lebens. Es entsteht ein neuer Zugang zum Körper, zu seiner Wahr-nehmung und tiefen Weisheit. Ein neues Bewusstes Sein entsteht, das Dich durch den Alltag trägt, mehr noch als Verstandeswissen.

 

 

Den Atem bewusst zulassen, was ist damit gemeint?
Atem geschieht von selbst. Wir dürfen ihn empfangen, er strömt von alleine ein, wir müssen ihn nicht holen. Wir lassen ihn Ausatem werden, empfangend, lauschend, spürend, ohne zu bewerten. Und können fragen, wo gibt es innerleibliche Bewegung, wo gibt es Weite, Enge, Grenzen, Durchlässigkeit oder Aufrichtung, Kraft oder Ruhe? Vieles mehr kann sich einstellen, wenn wir offen sind. Was ist, wenn Ausatem ausgeschwungen ist? Wie fühlt es sich an vor dem nächsten Einatem?

 

Wie spüre ich meinen Rücken, Bauch, Becken Schultern wenn Atembewegung dort hinkommt? Wo kann ich mich gut oder auch gar nicht gut einlassen? Wo kontrolliere ich noch sehr?

 

 
In diesem nach INNEN WENDEN bist Du ganz im JETZT. Das gelingt nicht immer gleich, es ist ein Übungsweg. Doch dieses Üben immer wieder auch in alltäglichen Momenten eingestreut, ist ein wunderbares Training für den Geist und genauso wichtig wie der Sport für die Muskeln.
Die Veränderung wird sich schnell einstellen. Du erfährst viel über Dich selbst. Und dies öffnet Dir den Weg, Dir selbst ein neuer guter Freund und Freundin zu sein. Mit dem Zugang zu Deinem Leib- und Atemwissen hast Du eine neue weise innere Kraft gefunden, die Dich schützt mit der Wahrnehmung Deiner Grenzen, die sich untrüglich Dir zur Seite stellt und Dich in Einklang mit Dir selbst nach Deinem inneren Rhythmus bringen wird.

 Viel Freude auf diesem Weg, wir gehen gemeinsam.

 

 

Alle Übungen aber besonders das Nachspüren kann länger ausgeführt werden. Mit dem Üben weichen Angst und Starre. Du bleibst klar und leistungsfähig. Die neue Kraft und Fülle des Atems durchwebt, erfrischt und reinigt.

Bleibt gesund - und bis nächsten Mittwoch!

 

Wer Sorge hat, sich zu infizieren, atmet flach oder hält die Luft an. Das sorgt für Erstarren, so wie das Kaninchen vor der Schlange. Deine Selbstheilungskräfte sind bereit, Dich zu unterstützen. Der frei fließende Atem trägt dieses System.

 

 

Bald geht es weiter – Besucht mich wieder. Schreibt mir auf Facebook, wie es Euch bekommt!

 

 

Die Heilkraft des Atems wird dem Atem nicht durch uns verliehen. Sie wohnt dem Atem inne, ohne dass wir etwas hinzufügen müssten. Die Heilkraft des Atems wird wirksam, wenn wir dem Atem nichts in den Weg legen und ihm erlauben, sich eigengesetzlich in uns zu entfalten.“ Derbolowsky

 

 

 

Wunderwaffe Gähnen

 

Gähnen wirkt entspannend und bringt uns in Schwung, wenn wir müde sind. Es ist noch wenig erforscht und wird uns noch überraschen können im Selbstversuch.

 

Es ist durchaus sinnvoll, das Gähnen herbeizuführen. Das erreicht man mit ausgiebigem Dehnen und Räkeln. Dehne auch den Mundraum innerlich, weite ihn, so als würdest Du einen saftigen Pfirsich oder eine Tomate ganz in den Mund nehmen. Das innere Dehnen kannst Du mit etwas Übung auch im Rachenraum erreichen. Lausche immer wieder mal zum Atem hin, nur spüren und frei ihn geben, ihn kommen und gehen lassen und Du wirst wahr-nehmen, dass Atem ganz natürlich einströmt, ohne aktives Tun und die innere Bewegung des Atems belebend ist.

 

Sehr bald wird sich wohltuendes, herzhaftes Gähnen einstellen mit lösender Wirkung im Zwerchfell und in der Atemmuskulatur, ebenso Frische und Wohlbefinden.

 

Haben Sie die Wirkung erst mal für sich erfahren, wird die Information aus der Knigge Sie sicher nicht mehr irritieren.

 

Im Archiv können Sie noch lange nach meinen Impulsen und Übungen stöbern.